Innerer Schweinehund und Veränderung
Warum dein Körper dich nicht sabotiert, sondern schützt und was dir dein innerer Schweinehund wirklich sagen will.
Du willst eigentlich etwas verändern – zum Beispiel deine Gewohnheiten rund ums Essen, deinen Alltag entschleunigen oder mehr auf dich selbst achten – aber irgendwie zieht es dich immer wieder zurück in alte Muster? Dein innerer Schweinehund erfindet eventuell auch erstaunliche neue Ausreden.
Das kann sich anfühlen wie: „Ich blockiere mich selbst“ oder „Ich habe einfach nicht genug Disziplin.“
Das kann so sein- oder auch nicht!
Was wäre, wenn dein Körper dich gar nicht vor dem Fortschritt aufhält – sondern dich schlicht und einfach vor dem Unbekannten schützen will?
In diesem Blogartikel erfährst du:
1. Dein Körper als Wächter – nicht als Gegner
Unser Nervensystem ist darauf ausgelegt, uns am Leben zu halten – nicht uns möglichst effizient zu verändern.
Es ist durchaus Anpassungsfähig- zum Glück- ABER: Sobald etwas neu, ungewohnt oder emotional aufwühlend ist, schaltet dein Körper automatisch in den Schutzmodus. Und dieser Schutzmodus sieht oft so aus:
- Du fühlst dich müde oder unmotiviert, obwohl du gerade noch voller Energie warst. (Stichwort: Prokrastinieren = Aufschieben von Aufgaben)
- Du bekommst Heißhunger oder verspürst den Drang, dich mit Essen oder anderen Gewohnheiten zu „beruhigen“.
- Du zweifelst plötzlich an deinem Vorhaben oder hörst die innere Stimme, die sagt: „Das bringt doch eh nichts.“
- Du findest es „zu“: kalt, warm, trocken, nass, früh, spät und überhaupt
Diese Reaktionen sind kein Zeichen von Schwäche. Sie sind Ausdruck einer tief verankerten Schutzreaktion. Dein Körper will dich in Sicherheit bringen.
2.Stress: Wenn Veränderung als mögliche Gefahr registriert wird
Veränderung bedeutet für dein System immer auch Unsicherheit. Und Unsicherheit ist für dein Nervensystem zunächst ein Alarmzeichen – ganz egal, wie sinnvoll oder gesund die Veränderung rational betrachtet wäre.
Dieser Teil des Nervensystems ist autonom: das heißt, es reagiert automatisch und ist sehr schnell und effizient.
Die körperliche Reaktion auf diese Unsicherheit folgt einem Muster, das sich in drei Hauptformen zeigt:
- Kampf – Du willst es „durchziehen“, wirst verbissen oder perfektionistisch.
- Flucht – Du lenkst dich ab, verschiebst es oder gibst auf.
- Erstarren – Du fühlst dich blockiert, wie gelähmt oder innerlich leer.
All das sind automatische Schutzmechanismen, die dein Körper in Gang setzt, um dich vor potenzieller Gefahr – also dem Unbekannten – zu bewahren.
👉 Diese Reaktionen können auch körperlich spürbar sein, zum Beispiel durch:
- Anspannung in Schultern, Nacken oder Kiefer
- Unruhe oder Schlafprobleme
- Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Durchfall oder Verstopfung
- Herzklopfen oder Engegefühl in der Brust
- häufiges Seufzen oder flacher Atem
- Kopfschmerzen oder ein „dichtes“ Gefühl im Kopf
Dein Körper spricht also mit dir – manchmal leise, manchmal laut. Wenn du diese Signale ernst nimmst, kannst du besser erkennen, was du gerade brauchst: nicht mehr Druck, sondern mehr Sicherheit.
3. Erste Hilfe: So beruhigst du dein Nervensystem
- Atme bewusst tief in den Bauch – das beruhigt dein Nervensystem in wenigen Minuten.
- Zähle langsam von 99 rückwärts
- Summe leise vor dich hin
- Lege die Hand auf dein Herz oder deinen Bauch, um dir ein Gefühl von Nähe und Geborgenheit zu geben.
- Beweg dich, um angestaute Stressenergie abzubauen (z. B. Spazierengehen, Dehnen, Balancieren, sich durchschütteln).
- Sprich laut aus, was du fühlst – das kann helfen, Klarheit zu schaffen.
- Trinke langsam in kleinen Schlucken ein Glas warmes Wasser oder Tee, um deinen Körper zu beruhigen.
- Gönn dir bewusst kurze Pausen, auch mitten im Alltag – manchmal reichen schon 2 Minuten.
Diese kleinen Schritte schaffen Verbindung, Erdung und Sicherheit. Sie helfen deinem Körper, aus dem Alarm-Modus auszusteigen.
4. Veränderung braucht Sicherheit, nicht Disziplin
Wenn du diese Reaktionen verstehst, kannst du aufhören, gegen dich selbst zu kämpfen. Du brauchst dich nicht mehr Zusammenreißen.
Stattdessen darfst du anfangen, mit deinem Körper zu kooperieren.
Denn für das, was du verändern willst, braucht es vor allem eins: ein Gefühl von Sicherheit.
➡️ Sicherheit bedeutet:
- in kleinen, machbaren Schritten vorzugehen
- dem Körper zuzuhören, statt ihn zu übergehen
- mehr Wohlwollen mit dir selbst-weniger Selbstkritik
- bewusst Räume für Ruhe, Erdung und Integration zu schaffen
- liebevoll zu erkennen, wann dein System einfach Zeit braucht
Veränderung ist kein Sprint, sondern ein Weg in Etappen
Alltagstipps passend zu meinem Ansatz:
- Starte klein: Such dir eine neue Gewohnheit aus und behalte diese über mehrere Wochen bei. Achte darauf, dass sie einfach „machbar ist“: also pack deine Sporttasche schon den Abend vorher und leg alles parat. Oder stell dir auf dem Handy eine Erinnerung ein.
- Nutze die Tipps „Erste-Hilfe-Koffer bei Stress-Essen“, um herauszufinden, was du wirklich brauchst, wenn der Impuls zum Essen kommt.
- Hör regelmäßig in dich hinein: Was fühlt sich heute leicht an? Diese Frage unterstützt dich dabei, von innerem Druck wegzukommen. Mehr Druck bringt dich nicht zum Ziel – er löst wieder die Stress-Spirale aus.
- Räum deiner inneren Stimme Platz ein – vielleicht durch eine kurze Morgenroutine
So schaffst du nach und nach ein neues Normal – eines, in dem sich auch das Unbekannte vertrauter anfühlt. Du gibst dir selbst Sicherheit durch kleine, machbare Steps.
5. Was das mit deinem Essverhalten zu tun hat
Vielleicht versuchst du gerade, mehr auf deinen Hunger zu achten oder emotionales Essen zu vermeiden (Essen aus Langeweile, Stress, Wut/ Ärger…).
Aber plötzlich ist da dieser Heißhunger oder du greifst doch wieder zur Schokolade – obwohl du dachtest, du „hättest es im Griff“.
➡️ Das ist kein Rückfall.
➡️ Das ist dein Körper, der Sicherheit sucht.
Und das tut er über bekannte Strategien – wie Essen. In solchen Momenten zeigt sich genau das: Dein Körper schützt dich. Nicht vor deinem Ziel – sondern vor einer Veränderung, die sich (noch) nicht sicher anfühlt.
Deshalb ist es so wichtig, nicht mit Kontrolle, sondern mit Mitgefühl zu reagieren. Sei wohlwollend zu dir selbst!
- Was hat die Unsicherheit ausgelöst?
- Was könntest du das nächste Mal anders machen?
- Wie könntest du dir Sicherheit schenken?
Einer meiner Lieblingssätze dazu passt vielleicht auch für Dich:
Es darf leicht sein!
Fazit: Dein innerer Schweinehund möchte dich schützen
Veränderung ist kein linearer Weg. Und Rückschritte sind keine Schwächen, sondern oft Zeichen von innerem Schutz: Du kannst dich besser kennenlernen!
💡 Dein Körper hält dich nicht davon ab, deine Ziele zu erreichen – er schützt dich vor dem Unbekannten.
Wenn du das erkennst, kannst du dich von Schuldgefühlen befreien und anfangen, dich selbst mit mehr Verständnis zu begleiten. Denn genau darin liegt die Möglichkeit für eine nachhaltige Veränderung – nicht im Kampf gegen dich, sondern im Vertrauen in deinen Körper und dein Tempo.
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Herzensgrüße ❤️
Marina
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